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Das Otto Dill-Museum in der Rathausstraße 12 beherbergt über 150 Ölgemälde, zahlreiche Aquarelle und Zeichnungen aus allen Schaffensphasen des Künstlers. Träger ist die gemeinnützige Manfred Vetter-Stiftung für Kunst und Kultur.
Starke Katzen, schnelle Pferde: Otto Dill – ein Pfälzer Künstler: Otto Dill ist einer der bekanntesten und beliebtesten Pfälzer Tier- und Landschaftsmaler. Seine furiose Bewegungsdarstellung der Pferde, Löwen, Tiger, Rinder, der Löwenüberfälle, Stierkämpfe und seine Landschaften bersten vor expressiver Dynamik. Das private Otto-Dill-Museum, 2002 von der Manfred Vetter-Stiftung gegründet, verfügt über die weltweit größte Sammlung von Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen und präsentiert in jährlichem Wechsel Auszüge seiner Werke.
Am 04.06.1884 in Neustadt an der Weinstraße geboren, absolvierte Otto Dill erfolgreich eine Lehre als Verlagskaufmann und studierte anschließend von 1908 bis 1914 Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in der Malklasse von Heinrich Zügel in München. Seine frühen Werke malte er dort nach Tiermodellen. Sie zeigen Kühe, Pferde und Schafe, später vermehrt auch Raubkatzen. Nach und nach entfernte sich Dill von der Genauigkeit und den Vorgaben der Modellmalerei. Begeistert von der Vitalität der wilden Kreaturen präsentiert er mit wenigen kräftigen Pinselstrichen der Raubtiere. „Löwen und Tiger sind für mich der Inbegriff animalischer Kraft und Schönheit“, so wird Otto Dill über sein Werk. Anfangs studierte Dill seine Objekte im Zoo, doch nach und nach stellte er die Katzen in ihrer natürlichen Umgebung dar und zeigt diese umgeben von tropischen Pflanzen und Wüstensand. Später erweiterte der Künstler das Thema und zeigt in seinen Ölgemälden Beduinen im dramatischen Kampf mit Löwen. Dills Ausdruck ist dabei äußerst expressiv. Seine Bildinhalte bleiben dabei aber stets figürlich.
Die Ferne - Quelle der Inspiration
Die Dynamik und Dramatik der Kampfbilder mit Löwen setzen sich in Dills Stierkampfbildern fort, die er vermehrt ab 1920 schuf. In diesen Werken über den berühmten „Corrida de Toros“ schildert der Künstler das spannende, turbulente Geschehen in der Arena ohne In der Darstellung von Bewegung und Kampf Details preiszugeben. Im Mittelpunkt steht die Konfrontation von Mensch und Tier, nicht das einzelne Objekt. Das gilt genauso für seine zahlreichen Pferdedarstellungen. Der Künstler reduziert sein Werk nicht auf anatomische Studien von Pferden, vielmehr schildert er Szenen aus Pferderennen, Polospielen oder stellt Jagdgesellschaften dar. Im Zentrum steht die Abbildung von Schnelligkeit und Bewegung. Ab 1922/23 widmete sich Dill erneut dem Motiv großer Raubkatzen. Der Ausdruck der Gemälde ist weicher, der Farbauftrag ruhiger und leichter, die Farbgebung erheblich heller.
1924 fuhr der Künstler über Sizilien und Malta nach Tripolis. Er fertigte unterwegs zahlreiche Aquarelle und Skizzen, die er später in Ölgemälden verarbeitete. 1929 führte ihn eine weitere Reise nach Nordafrika, dieses Mal nach Tunesien. Die Landschaft des Südens und ihre Exotik schienen ihn dort besonders zu faszinieren und die Landschaftsmalerei nahm nun mehr Raum in seinem Werk ein. In der Folge erschienen außerdem als neues Thema Kamelreiter in der Wüste sowie Darstellungen arabischer Reiterspiele.
Malerische Heimat: Die Pfalz
Doch nicht nur ferne Abenteuer, exotische Tiere und Landschaften haben den Künstler begeistert, auch die heimische Umgebung machte er schon früh zum Thema seiner Bilder. Vor allem ab 1930 nach seiner Übersiedlung zurück in die Pfalz beeinflusst die Landschaft dort sein Werk. Er zeigt Weinberge, Felder sowie Ansichten umliegender Städte. Auch hier schafft er zunächst impulsive Gemälde mit breitem, expressivem Farbauftrag. Später folgen Landschaften und Stadtansichten in sensiblen, feinen Farbschichten.
Otto Dill hatte mit seiner Kunst bereits zu Lebzeiten Erfolg. Schon 1917 war er mit seinen Werken bei einer Ausstellung im Münchener Glaspalast vertreten. Als Mitglied der Münchner Sezession nahm er 1922 an zahlreichen Ausstellungen teil. 1924 erhielt er den Professorentitel. 1949 wurde er zum Ehrenbürger von Bad Dürkheim ernannt und noch im gleichen Jahr machte ihn die Akademie in München zum Ehrenmitglied. Am 6. Juli 1957 starb der Künstler im Alter von 73 Jahren in Bad Dürkheim.
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